Seit den 80er Jahren sind die Zeilensätze, welche Zeitungen und Magazine freien Autoren für die Veröffentlichung ihrer Texte zahlen, nicht gestiegen. Mehr als die Hälfte der Freien hat ein Einkommen von weniger als EUR 2.000 im Monat. Immer stärker greifen Verlage und Agenturen auf die Dienst von Freelancern zurück. Über die Hälfte aller Texte in Magazinen und ein Viertel bis ein Drittel der Inhalte von Tageszeitungen werden unter diesen Bedingungen von Freien produziert. Warum verdienen freie Printjournalisten so schlecht?Und: Ist die heutige Situation von Freelancern in den Printmedien nur ein Vorgeschmack darauf, wie sich die Arbeit in der Wissensgesellschaft insgesamt in Zukunft entwickeln wird? Die gängige Antwort auf die erste Frage lautet:
Der Markt ist verantwortlich!
Genauer:
Niedrige Verdienste sind das Resultat von Angebot und Nachfrage. Das Angebot an journalistischer Arbeitskraft steigt, weil Jobs in den Medien ein hohes Maß an Selbstverwirklichung bieten und der Journalismus deshalb trotz der oft schlechten Bezahlung ein attraktiver Beruf ist. Gleichzeitig sinkt, bedingt durch die Strukturkrise der Printmedien, die Nachfrage nach journalistischer Arbeitskraft.
Trifft diese Erklärung zu? Und erklärt sie, was sie zu erklären vorgibt?
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